Im Rahmen des Moduls Screendesign stand die Aufgabe, eine bestehende Anwendung grundlegend zu überarbeiten. Die Ausgangssituation: das HoPS, das seinen Job zwar erfüllt, aber designtechnisch in der Vergangenheit feststeckt. Kein klares visuelles Konzept, keine Hierarchie, kaum Orientierung. Wer seinen nächsten Kurs sucht, muss sich erst durch die Oberfläche kämpfen. Das war der Startpunkt und gleichzeitig die Einladung, von Grund auf neu zu denken. Der erste Schritt war, zu verstehen, wer diese App eigentlich benutzt. Studierende im Alltag. Meistens unterwegs, oft gestresst, häufig auf dem Smartphone. Die App muss sofort funktionieren beim Aufwachen, auf dem Weg zur Bahn, zwischen zwei Vorlesungen. Das hat erhebliche Auswirkungen auf den Designprozess Mobile First war hier keine Designphilosophie, sondern schlicht die Realität der Nutzer.
Das Redesign gliedert sich in zwei zentrale Ansichten: „Heute” und „Diese Woche”. Die Logik dahinter ist so naheliegend wie effektiv. Was mich jetzt gerade interessiert, sehe ich sofort. Was mich morgen oder übermorgen interessiert, ist einen Tap entfernt. Kein verschachteltes Menü, keine überladene Kalenderansicht, die mehr Rätsel aufwirft als löst. Die „Heute”-Ansicht ist die wichtigste Seite der gesamten App. Sie zeigt auf einen Blick: Welche Veranstaltungen liegen an, welche ist gerade aktiv, was kommt als nächstes. Dazu kommt die Raumübersicht mit Echtzeit-Auslastung der Bibliothek und der Seminarräume ein Feature, das in der alten Version komplett fehlte, aber im Campusalltag enormen Mehrwert hat. Ein Detail, das kaum Platz braucht aber den Alltag spürbar erleichtert.
Was visuell sofort auffällt: Die Farbsprache ist bewusst reduziert und gezielt eingesetzt. Ein kräftiges Rot als Akzentfarbe, viel Weiß, klare Typografie. Kurstypen werden mit kleinen Labels gekennzeichnet Pflicht, Seminar, Vorlesung, Gruppe. Das hilft, den Tag auf einem Scan zu erfassen, ohne jeden Eintrag einzeln lesen zu müssen. Die aktive Veranstaltung wird deutlich hervorgehoben, der Rest tritt ruhig in den Hintergrund. Priorität durch Kontrast statt durch Beschriftung.Die „Diese Woche”-Ansicht funktioniert nach derselben Logik, aber mit etwas mehr Überblick. Wochentage sind klar unterteilt, Veranstaltungen chronologisch sortiert. Oben bleibt die Raumübersicht erhalten auch hier sieht man auf einen Blick, wo noch Plätze frei sind. Ein Filtermechanismus erlaubt es, den Stundenplan nach Veranstaltungstyp zu filtern: Vorlesung, Übung, Praktikum, Seminar, Tutorium oder Pflicht je nachdem, worauf man gerade den Fokus legen möchte. Die aktive Veranstaltung wird auch hier klar rot hervorgehoben.
Die Navigation der App erfolgt über eine Bottom Navigation Bar mit fünf Icons: Stundenplan, Übersicht, Räume, Gemerkte und Profil. Das aktive Element wird durch ein rotes, abgerundetes Highlight eindeutig gekennzeichnet – der Nutzer weiß jederzeit wo er sich befindet, ohne groß nachdenken zu müssen. Das zentrale Ziel des Redesigns war Effizienz. Studierende sollen nicht lange suchen müssen alle relevanten Informationen auf einen Blick, ohne durch mehrere Seiten navigieren zu müssen. Stundenplan, Raumauslastung, aktuelle Veranstaltung alles auf einer Oberfläche, sofort erfassbar. Gleichzeitig sollte die Ansicht nicht starr wirken. Über eine Filterfunktion kann jeder Nutzer selbst entscheiden, welche Veranstaltungstypen angezeigt werden wer nur seine Pflichtveranstaltungen sehen will, blendet den Rest einfach aus. Die App passt sich dem Nutzer an, nicht umgekehrt.