Die frühzeitige Erfassung subjektiver Einschränkungen in Kognition und Aktivitäten des täglichen Lebens spielt eine wichtige Rolle im Kontext neurologischer Diagnostik und möglicher Demenzscreenings. Der am Universitätsklinikum Köln entwickelte Picture-based Assessment of Subjective Impairments in Cognition and Activities of Daily Living (Pic-ADL) liegt bislang in papierbasierter Form vor. Dadurch entstehen manuelle Arbeitsschritte bei Dokumentation, Übertragung und Auswertung der erhobenen Daten. Gleichzeitig zeigen aktuelle Forschungsarbeiten, dass insbesondere ältere sowie potenziell kognitiv eingeschränkte Nutzer:innen besondere Anforderungen an digitale Systeme und deren Interaktionsgestaltung stellen.
Im Rahmen dieses Praxisprojekts wird die Konzeption und prototypische Gestaltung eines digitalen, bildgestützten Fragebogensystems für den Pic-ADL untersucht. Ausgangspunkt der Arbeit ist dabei nicht ausschließlich die technische Umsetzung eines bestehenden Fragebogens, sondern insbesondere die Frage, wie ein solches System verständlich, barrierearm und nutzerzentriert gestaltet werden kann. Der Fokus der Ausarbeitung liegt in der Gestaltung einer möglichst klaren und nachvollziehbaren Nutzerinteraktion im medizinischen Kontext.
Die Arbeit orientiert sich an einem Human-Centered-Design-Ansatz, bei dem die Bedürfnisse der späteren Nutzer:innen sowie der klinische Nutzungskontext in den Entwicklungsprozess einbezogen wurden. Zur strukturierten Ausarbeitung des Konzepts wurden verschiedene Methoden aus dem Bereich Human-Computer Interaction eingesetzt, darunter Stakeholderanalysen, Personas, Nutzungsszenarien sowie Userflows und Wireframes. Auf dieser Grundlage entstand ein visueller Prototyp, der im fachlichen Austausch mit den beteiligten Stakeholdern iterativ weiterentwickelt wurde.
Im Verlauf des Projekts wurde deutlich, dass insbesondere eine verständliche Nutzerführung, reduzierte Interface-Komplexität sowie eine klare visuelle Gestaltung wichtige Faktoren für digitale Gesundheitsanwendungen darstellen. Der Fokus der Arbeit lag daher nicht ausschließlich auf der technischen Digitalisierung des bestehenden Fragebogens, sondern insbesondere auf der Entwicklung eines möglichst verständlichen, barrierearmen und nutzerzentrierten Interaktionskonzepts für den medizinischen Nutzungskontext. Das Projekt schafft damit eine konzeptionelle und gestalterische Grundlage für die zukünftige technische Implementierung und Evaluation eines digitalen Pic-ADL-Systems im klinischen Nutzungskontext.