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Frauen sind in MINT Studiengängen und Berufsfeldern weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Die Ursachen dafür liegen nicht allein in individuellen Interessen oder Entscheidungen, sondern in einem Zusammenspiel historisch gewachsener Strukturen, gesellschaftlicher Rollenbilder und institutioneller Rahmenbedingungen. Geschlechtsspezifische Stereotype beeinflussen bereits früh, welche Fähigkeiten Mädchen und Frauen sich selbst zuschreiben, welche Bildungswege ihnen zugetraut werden und ob sie sich technischen oder naturwissenschaftlichen Bereichen zugehörig fühlen. Verstärkt werden diese Einflüsse durch Schule, Familie, Medien, politische Diskurse und unflexible Studien- und Arbeitsbedingungen. Auch im weiteren Karriereverlauf nimmt der Frauenanteil mit steigender akademischer Position ab, wodurch weibliche Vorbilder und sichtbare Karriereperspektiven fehlen. Die Unterrepräsentation von Frauen in MINT ist daher als strukturelles und gesellschaftliches Problem zu verstehen. Eine nachhaltige Veränderung erfordert nicht nur Förderangebote für Mädchen und Frauen, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen Bildungs- und Karriereentscheidungen entstehen.